Goldmünzen als Anlagemünzen dienen als Geldanlage oder sie werden zur Spekulation mit Edelmetall gekauft. Sie bestehen aus Edelmetallen, meistens sind dies Gold oder Silber. Münzmetalle können aber auch aus Platin oder Palladium bestehen. Anlagemünzen werden auch Bullionmünzen genannt. Man veräußert sie meist zum Metallpreis zuzüglich einem leichten Aufschlag für die Prägekosten. Manche Anlagemünzen haben immer das gleiche Motiv, andere wechseln jährlich das aufgeprägte Motiv. So haben beispielsweise der Maple Leaf aus Kanada oder die Wiener Philharmoniker aus Österreich immer das gleiche Motiv. Wohingegen die China Pandas und die australischen Kookaburras regelmäßig neue Motive haben. Die meisten Anlagemünzen sind in verschiedenen Stückelungen erhältlich. Diese sind üblicherweise 1, 1/2, 1/4, 1/10 und 1/20 Unze. Hier ist noch zu beachten, dass die Goldmünzen von der Umsatzsteuer befreit sind, viele Silbermünzen haben einen ermäßigten Steuersatz und Platin- und Palladium-Münzen sind mit dem vollen Steuersatz belegt.
Gedenkmünzen sind Münzen, die durch ihr Motiv und/ oder ihre Inschrift an eine bedeutende Persönlichkeit oder ein denkwürdiges Ereignis erinnern. Sie nahmen früher oft Bezug auf den Herrscher, dessen Familie oder andere staatspolitische Themen. Dies waren beispielsweise Geburten, Hochzeiten oder Todesfälle im Herrscherhaus, Thronjubiläen oder siegreiche Kriege. Hiermit hatten sie auch eine Propagandafunktion. Heutzutage werden Gedenkmünzen vor allem dazu geprägt, um sie an Sammler zu veräußern und damit finanzielle Einnahmen und Gewinne zu generieren. Die Münzen sind gültige Zahlungsmittel, sie sind jedoch tatsächlich meist nicht im Umlauf. Denn häufig trifft eines der folgenden Merkmale auf sie zu:
• ihr Nennwert ist Zahlungsverkehr unpraktisch,
• sie sind bei der Bevölkerung unbekannt,
• sie sind zu einem höheren Preis als dem Nennwert herausgegeben worden,
• sie können auf dem internationalen Markt verkauft werden, wo sie keinen gesetzlichen Kurs haben.
Anders ist das bei den Zwei-Euro-Gedenkmünzen. Sie werden seit 2006 in Deutschland mit einer Auflagenhöhe von über 30 Millionen Stück jährlich extra für den Umlauf geprägt. Sie sind daher auch in der Praxis als Zahlungsmittel akzeptiert. Es gibt auch Prägungen, die ähnliche Funktionen haben wie Gedenkmünzen, aber keinen Geldwert besitzen. Sie werden Medaillen genannt.
Krügerrand
Der Krügerrand kommt aus Südafrika und ist die bekannteste und beliebteste Münze der Welt. Die Münze ist außerdem eine der ältesten Anlagemünzen. Sie wird seit 1967 von der South African Mint herausgegeben. In den vergangenen Jahren wurden etwa 46 Millionen Goldunzen in Münzform verkauft. Die Münze hat eine hohe Kratzfestigkeit. Die erhält sie durch ihre Goldlegierung (916,6/1000). Ihre typische rötliche Farbe dagegen, kommt von der Zugabe von Kupfer. Damit hat die Münze ein Gewicht von 33,93 Gramm und damit fast 3 Gramm mehr als eine Münze, die aus 999er Gold besteht. Die beiden Motive sind der Politker Paul Kruger und ein Springbock. Beim Krugerrand ist zu beachten, dass der jeweils aktuelle Jahrgang teurer als die zurückliegenden Jahrgänge ist.
Wiener Philharmoniker
Die Goldmünze Wiener Philharmoniker wird seit 1989 von der Münze Österreich herausgebracht. Sie zählt damit zu den Klassikern unter den Anlagemünzen in Gold. Ihre Motive, die jährlich die gleichen sind, sind die Orgel aus dem Musikvereinsgebäude und Instrumente der Wiener Philharmoniker. Im Gegensatz zur Silbermünze ist die Goldmünze am Rand geriffelt. Die Münze wird in unterschiedlichen Auflagen heraus gegeben.
Goldeuro
Im Jahre 2002 wurde die Goldmünze 100 Euro erstmals heraus gegeben. Nach dem Erfolg der Goldmark war dies die logische Konsequenz nach der Einführung des Euro. Dieses war auch das Thema der ersten Euromünze, die es in derselben Ausführung auch als 200-Euro-Münze gab. Seit 2003 wird die Münze nur noch als 100-Euro-Version heraus gegeben. Ihr Motiv ist meistens eine Weltkulturerbestätte der Unesco. Die Rückseite zeigt immer den Bundesadler. Die Motive seit 2002: 2003 Quedlinburg, 2004 Bamberg, 2005 Fußball-WM, 2006 Weimar, 2007 Lübeck, 2008 Goslar, 2009 Trier, 2010 Würzburg, 2011 Wartburg, 2012 Aachen, 2013 Dessau-Wörlitz. Fünf verschiedene Prägeanstalten stellen die Münzen her.
Maple Leaf
Seit 1979 wird die Goldmünze Maple Leaf von der Royal Candian Mint heraus gegeben. Ihre Motive sind das namensgebende Ahornblatt und Queen Elizabeth II. Das Motiv ist gleich bleibend, nur das Porträt der britischen Königin wurde in den vergangenen Jahren drei Mal minimal verändert. Die Münze ist eine der beliebtesten Goldmünzen weltweit und besteht aus 999,99er Gold. Das Kanada zweisprachig ist, spiegelt auch der Maple Leaf wieder. Darauf steht: „Fine Gold / Or Pur“.
Lunar Serie II
Seit 1996 bringt die Perth Mint aus Australien die Lunar Serie I und seit 2008 die Lunar Serie II heraus. Die Münzen bestehen aus 999er Feingold. Die Rückseite der Münze zeigt immer Queen Elizabeth II, die Vorderseite wechselt von Jahr zu Jahr. Die Motive der Lunar II Serie: 2008 Jahr der Maus, 2009 Jahr des Ochsen und 2010 Jahr des Tigers. Der Durchmesser der Münze beträgt 38,80 mm.
Australian Nugget / Australian Kangoroo
Der Australian Nugget wird seit 1986 von der Perth Mint geprägt. Seit 2008 heißt die Münze offiziell Australian Kangaroo. Ihren ursprünglichen Namen hatte sie von einem Nugget, der in den ersten Jahren auf der Vorderseite der Goldmünze zu sehen war. Seit 1990 ist ein Känguru in jährlich wechselnden Motiven abgebildet. Die Münze besteht aus 999,9/1000er Feingold. Ihre Rückseite zeigt Queen Elizabeth II. Das Motiv war beispielsweise 2009 eine Känguru-Mutter mit ihrem Nachwuchs im Beutel und im Hintergrund sechs Sterne.
American Eagle
Seit 1986 wird der American Eagle in Gold von der United States Mint heraus gegeben. Die Münze erfreute sich schnell großer Beliebtheit und wurde zu einem Klassiker unter den Anlagemünzen. Dies war u.a. der Tatsache geschuldet, dass zum Zeitpunkt der ersten Herausgaben der Münze der Krungerrand von den USA und der EG boykottiert wurde. Dies geschah aufgrund der Apartheids-Politik von Südafrika zur damaligen Zeit. Die Goldmünze (916,67/1000, 22 Karat) zeigt auf der Vorderseite die Freiheitsstatue nach einem Entwurf von Augustus Saint-Gaudens. In der rechten Hand hält sie eine Fackel, das Symbol für Freiheit. In der linken Hand einen Olivenzweig, der ein Zeichen für Frieden ist. Die Rückseite hat Miley Busiek entworfen. Sie zeigt einen männlichen Adler mit einem Olivenzweig. Dieser fliegt über ein Nest, in dem sich das Weibchen und die Küken befinden.
American Gold Buffalo
Seit 2006 prägt die US Mint den American Gold Buffalo. Er zählt mit seiner Feinheit von 999,9/1000 zu den reinsten Goldmünzen der USA. Auf der Vorderseite sind ein Indianer mit Federschmuck und die Aufschrift „Liberty“ aufgedruckt. Die Rückseite zeigt einen Büffel und die Schriftzüge „In God We Trust“, „E Pluribus Unum“ und „United States of America“. Weiterhin sind der Nennwert, die Feinheit und das Unzengewicht angegeben.
Deutsche Kaiser
Die Goldmünzen mit den Porträts der deutschen Kaiser zeigen Kaiser Wilhelm I., Friedrich III. und Wilhelm II. Die Münzen gehören zu den historischen Goldmünzen. Mit einer hohen Auflage versehen und somit weit verbreitet, sind die 20-Mark-Münzen von Wilhelm I. und Wilhelm II. Sie sind mit verschiedenen Jahreszahlen erhältlich, 1871-1888 und 1888-1913. Lediglich die Goldmünze mit dem Porträt von Friedrich III. gibt es nur mit einer Jahreszahl, der 1888. Denn der deutsche Kaiser und König von Preußen regierte nur 99 Tage. Es wurden auch 5-Mark-Münzen geprägt, diese haben jedoch nur wenige Händler im Sortiment. Auf der Vorderseite ist ein Reichsadler mit Hohenzollernschild abgebildet. Weiterhin sind die Aufschrift „Deutsches Reich“, das Jahr und der Nennwert der Münze zu sehen.
Goldvreneli
Von 1897 bis 1949 gab die Schweiz den so genannten Goldvreneli heraus. Dies ist die bekannteste Anlagemünze der Schweiz. Auf der Vorderseite ist eine Frauengestalt, die Verena = Vreneli, zu sehen. Auf der Rückseite ist das Schweizer Wappen umrahmt von Eichenzweigen eingeprägt. Es wurden hautsächlich Goldmünzen mit dem Nennwert 20 Franken hergestellt. Von 1911 bis 1922 gab es auch 10-Franken-Münzen. Im Jahre 1925 gab es außerdem eine 100-Franken-Version. Hier weicht das Wappen leicht vom 20-Franken-Goldvreneli ab.
