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Goldmünzen

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Die ersten Goldmünzen wurden im 6. Jahrhundert vor Christus in Kleinasien geprägt. Sie erleichterten den Handel, dienten den Herrschern, die diese Münzen in Auftrag gaben, aber vor allem als Propagandamittel. Von Kleinasien aus gelangte die Münzprägung bald nach Griechenland, so dass bereits im 5. Jahrhundert vor Christus jeder griechische Stadtstaat seine eigenen Goldmünzen besaß. Schließlich übernahmen auch die Römer das Konzept und prägten ihre eigenen Goldmünzen. Im 1. Jahrhundert vor Christus führte Augustus die Tradition ein, Goldmünzen mit dem Abbild des herrschenden Kaisers zu versehen. Diese ersten kleinasiatischen, griechischen und römischen Goldmünzen waren Kurantmünzen, deren Wert durch das Gold, aus dem sie bestanden, gedeckt war.

In der heutigen Zeit werden Goldmünzen nicht mehr als Zahlungsmittel, sondern als Wertanlage oder als Sammlerstücke geprägt. Man unterscheidet hier zwischen Bullionmünzen und Gedenkmünzen. Auf Bullionmünzen, auch Anlagemünzen genannt, wird üblicherweise ein Wert gedruckt, der deutlich unter dem Edelmetallwert liegt. Bullionmünzen sind neben Barren die gängigste Option für Anleger, Gold in physischer Form zu erwerben.

Gedenkmünzen werden zur Erinnerung an besondere Ereignisse geprägt und an Sammler verkauft. Theoretisch können Gedenkmünzen als Zahlungsmittel verwendet werden, doch aufgrund ihrer Seltenheit werden sie in der Regel nicht als gültige Währung erkannt, weder von Menschen noch von Automaten. Zudem stellt die Verwendung von Gedenkmünzen als Zahlungsmittel oftmals einen finanziellen Verlust dar, denn der Kaufpreis einer solchen Spezialmünze ist häufig höher ist als der eingeprägte Wert.

Wegen ihrer geringen Größe lassen sich Münzen leichter transportieren als Barren, sind aber als Großinvestitionen unpraktisch. Sie sollten sicher aufbewahrt werden, entweder in einem hauseigenen Tresor, oder aber im Kundentresor einer Bank. Letzteres ist mit einer Tresormiete verbunden, die von den meisten Banken halbjährig erhoben wird. Dafür bieten viele Banken eine inbegriffene Versicherung an. Ein hauseigener Tresor sollte gewisse Standards erfüllen, um ebenso optimalen Schutz zu bieten. Eine Beratung bei einem Fachhändler ist daher empfehlenswert, auch, um zu entscheiden, welche Art von Tresor den eigenen Bedürfnisse angemessen ist. Weiterhin obliegt es der eigenen Verantwortung, den Inhalt des Tresors versichern zu lassen und zu diesem Zweck eine Inhaltsliste zu führen.

Goldmünzen eigenhändig zu reinigen ist heikel, da gängige Spül – und Putzmittel zu Beschädigungen führen. Die Reinigung sollte daher entweder einem Münzfachhändler überlassen oder mit im Münzhandel erhältlichen Materialien durchgeführt werden.

Bekannte Goldmünzen

American Buffalo

Die American Buffalo ist eine 24-Karat-Anlagegoldmünze, die seit Juni 2006 von der United States Mint, der US-amerikanischen Münzprägeanstalt herausgegeben wird. Sie ist die erste Feingoldmünze der United States Mint und hat ein Gewicht von einer Feinunze. Auf der Vorderseite ist der Kopf eines amerikanischen Ureinwohners abgebildet, während auf der Rückseite ein nordamerikanischer Büffel zu sehen ist. Der Nennwert beträgt 50 Dollar. Seit dem Jahr ist die Münze auch limitiert in den Größen 1/10 Unze, 1/4 Unze und 1/2 Unze erhältlich.

American Gold Eagle

Die US-amerikanische Anlagegoldmünze American Gold Eagle erscheint seit 1986 und wird in den Größen 1 Unze, 1/2 Unze, 1/4 Unze und 1/10 Unze herausgegeben. Auf der Vorderseite der Münze ist eine Version der Lady Liberty, der Freiheitsstatue, abgebildet, die eine Fackel als Zeichen der Aufklärung und einen den Frieden symbolisierenden Olivenzweig hält. Die Rückseite zeigt einen Adler, der mit einem Olivenzweig in den Krallen über ein Nest fliegt, in dem eine Adlermutter und ihr Kücken sitzen.

Britannia

Die Britannia wurde 1987 als erste europäische Anlagegoldmünze von der British Royal Mint herausgegeben. Sie ist inzwischen eine der bekanntesten und verbreitetsten Anlagemünzen der Welt. Auf der Vorderseite ist die namensgebende Britannia, die Personifikation Großbritanniens, zu sehen. Seit dem Jahr 2001 wird ihre Gestaltung in jedem ungeraden Jahr verändert. Die Rückseite der Münze zeigt ein Portrait der englischen Königin Elisabeth II. Die erhältlichen Größen sind 1 Unze, 1/2 Unze, 1/4 Unze und 1/10 Unze.

Krügerrand

Die Anlagemünze Krügerrand bzw. Krugerrand, im Deutschen auch Krügerrand, ist nach dem südafrikanischen Politiker Paul Kruger und der südafrikanischen Währung Rand benannt. Sie wird südlich von Johannesburg geprägt und erschien erstmals 1967. Mittlerweile ist sie weltberühmt und weit verbreitet. Auf der Vorderseite ist ein Portrait von Paul Kruger abgebildet, der von 1882 bis 1902 Präsident der kurzlebigen Südafrikanischen Republik, auch bekannt als Transvaal-Republik, war. Die Rückseite zeigt das Wappentier Südafrikas, die Springbock-Antilope. Die Münze Krugerrand ist erhältlich in den Größen 1 Unze, 1/2 Unze, 1/4 Unze und 1/10 Unze.

Maple Leaf Gold

Die kanadische Münze Maple Leaf Gold wird seit dem Jahr 1979 von der Royal Canadian Mint geprägt und in Größen von 1/20 bis 1 Unze ausgegeben. Das Motiv auf der Vorderseite ist das kanadische Ahornblatt, dessen englische Bezeichnung Maple Leaf der Münze auch ihren Namen gibt. Auf der Rückseite ist ein Portrait der englischen Königin Elisabeth II. abgebildet. Die Daten auf der Münze sind im Sinne der Zweisprachigkeit Kanadas in Englisch und Französisch eingeprägt.

Goldvreneli

Als Goldvreneli wird die bekannteste Anlagegoldmünze der Schweiz bezeichnet. Sie ist der Nachfolger der Goldmünze Helvetia, die von 1883 bis 1896 geprägt wurde. Auf der Vorderseite ist das Profil einer Frau vor einer Bergkulisse zu sehen. Auf ihrem Kleid sind Edelweissblüten, ein gängiges Symbol für die Schweiz, abgebildet. Die Rückseite ist je nach Nennwert verschieden. Beim 20-Franken-Vreneli ziert das Schweizer Wappen auf einem Eichenzweig die Rückseite, während beim 10- und 100-Franken-Vreneli das Schweizer Kreuz in einem Strahlenkranz zu sehen ist.

Nugget

Die australische Goldmünze, die früher unter dem Namen Nugget im Umlauf war, heißt seit 2008 offiziell Australian Kangaroo. Der alte Name war eine Erinnerung daran, dass das erste in Australien gefundene Gold die Form von Klumpen, im Englischen Nuggets, hatte. Die Vorderseite zieren seit 1989 wechselnde Känguru-Motive, während in den drei Jahren zuvor noch ein Nugget eingeprägt wurde. Auf der Rückseite ist Königin Elisabeth II. abgebildet. Die Goldmünze Australian Kangaroo wird in Größen von 1/20 bis 10 Unzen ausgegeben.

Wiener Philharmoniker

Aus Österreich stammt die Anlagegoldmünze Wiener Philharmoniker, die erstmals 1989 geprägt wurde. Auf der Vorderseite ist gleich bleibend die Orgel aus dem goldenen Saal des Vereinsgebäudes der Wiener Philharmoniker zu sehen, auf der Rückseite sind weitere Musikinstrumente, die den weltberühmten Chor repräsentieren, abgebildet. Mittlerweile wird die Wiener Philharmoniker als erste europäische Anlagemünze überhaupt mit Euro-Nennwert ausgegeben. Sie ist in den Größen 1 Unze, 1/2 Unze, 1/4 Unze und 1/10 Unze erhältlich.

Panda Gold

Seit 1982 wird in der Volksrepublik China die Anlagegoldmünze Panda mit einem Feingoldgehalt von 99,9 %.geprägt. Die Vorderseite zeigt jährlich wechselnde Abbildungen des vom Aussterben bedrohten Pandas, während auf der Rückseite der Himmelstempel, die berühmte Pekinger Tempelanlage, eingeprägt ist. Die Panda Gold wird in Größen von 1/20 bis 12 Unzen ausgegeben. Im Gegensatz zu den schwerer erhältlichen Silber- und Platinversionen ist der goldene Panda in Deutschland über viele Banken zu bekommen.

Andorra Eagle

Die Anlagegoldmünze Andorra Eagle stammt aus dem kleinen Staat Andorra, wird jedoch in Deutschland geprägt. Auf der Vorderseite ist das andorranische Wappen abgebildet, das aus vier Teilen besteht: einer Mitra und einem Bischofsstab als Symbole für das Bistum Urgell, drei Pfähle, die den Grafen von Foix repräsentieren, vier Pfähle, die aus dem katalanischen Wappen stammen, und zwei Kühe aus dem Wappen der französischen Provinz Béarn. Die Rückseite der Münze zeigt einen Adler mit gespreizten Flügeln, der auf einem Felsen thront.


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