Platinbarren bestehen aus eingeschmolzenen Metallen oder Halbmetallen. Diese werden in eine Form gegossen und erstarren dann zu Festkörpern. Ihre eckige Form haben sie, weil sie damit einfach zu handhaben und gut stapelbar sind. Früher waren die Platinbarren auch eine Form des Metallgeldes, das seit ca. 2000 vor Christi in Gebrauch ist. Die Barren waren damals daher auch zirkulierendes Geld, dies ist heute nicht mehr der Fall. Die Aufgabe der Barren ist heute eher die Währungsregulierung. Die Vorräte an Edelmetall in dieser Form sollen der Währung Stabilität geben und sie unterstehen der staatlichen Kontrolle. Wie Münzen sind Barren daher heute außerdem Sammelobjekte oder werden als Anlagemünzen gekauft. Die Barren müssen heutzutage die Feinheit, die Marke des Herstellers und die Barrennummer eingestanzt haben.
Platinbarren als Kapitalanlage
Anleger, die Platinbarren als Kapitalanlage erwerben möchten, sollten zu größeren Gewichten greifen. Denn hier ist der Aufschlag geringer als bei Münzen. Die Platinbarren sind genauso wie die Münzen in Deutschland steuerfrei zu kaufen. Die Motive der Barren sind nicht so vielseitig wie die der Münzen und hängen vom Hersteller ab. Zumeist sind der Name des Unternehmens, die Feinheit und das Gewicht des Barrens eingeprägt. Die Gewichte haben eine Bandbreite zwischen 1 Gramm und 1 Kilogramm. Außerdem haben Barren, die mehr als 250 Gramm wiegen, meistens eine Seriennummer eingeprägt. Die kleineren Gewichte werden gestanzt und anschließend geprägt, die größeren werden gegossen. Barren kann man entweder bei einem Münzhändler erwerben, sie sind aber auch bei Banken und Sparkassen erhältlich.
Im Ausland sind außer den geprägten, gestanzten und gegossenen Rechteck-Formen noch viele weitere Varianten zu finden. Die Form kann rund, oval, quadratisch, mehreckig oder eine Figur sein. Außerdem werden auch Motive wie Sternzeichen oder Glücksbringer angeboten. Weiterhin sind unterschiedlichen Gewichtseinheiten erhältlich, z. B. Unzen, Tael, Tola, Chi und Don. Barren können ebenfalls ein Sicherheitselement, ein so genanntes kinebar haben.
Edelmetallraffinerien und Scheideanstalten stellen Edelmetallbarren her. Scheideanstalten sind Firmen, die Edelmetalle recyclen. Diese Unternehmen sind regional weit verbreitet und unterliegen keinen gesetzlichen Bestimmungen. Um den Handel mit Barren jedoch transparent zu machen, wurde von der Londoner Metallbörse das Markenzeichen „good delivery“ eingeführt. Wenn also ein Produzent von Barren bestimmte Vorraussetzungen und Auflagen erfüllt, so sind die Angaben auf dem Originalbarren zutreffend und bindend. Dies wird auch weltweit akzeptiert. Barren haben im Gegensatz zu Münzen keine Jahrgangs-Angabe und keine Auflagenhöhen. Sie werden entsprechend der aktuellen Nachfrage hergestellt. Durch den relativ einfachen Herstellungsprozess, werden Edelmetallbarren meist mit einem geringen Aufschlag verkauft. Wenn Barren als Kapitalanlage erworben werden, sollte man sie nach ländertypischen Barrenformen und Prägeanstalten auswählen.
Hersteller Degussa
Im Jahre 1843 gründete Friedrich Ernst Roessler im Auftrag des Frankfurter Senats eine Scheideanstalt. Er legte damit einen der Grundsteine für den späteren Degussa-Konzern. 1873 wurde der Familienbetrieb Roessler in eine Aktiengesellschaft mit dem Namen „Deutsche Gold- und Silber-Scheideanstalt“ umgewandelt. Ab 1980 wurde die AG nur noch Degussa AG genannt. Die Edelmetallscheiderei gilt seit Beginn des 20. Jahrhunderts als die größte ihrer Art in Deutschland. Das Unternehmen gehört seit 2003 zur belgischen Umicore-Gruppe, nachdem es in den vorherigen Jahren einige Umstrukturierungen innerhalb des Konzers gegeben hatte. Bis Ende 2005 wurden die Barren unter dem Namen „Degussa“ hergestellt und verkauft. Das Logo auf dem Barren ist ein Rhombus mit einem stilisierten Sonne- und Mondzeichen. Dies sind die alchimistischen Symbole für Gold und Silber.
Platinbarren von Degussa
Die Barren aus Platin bis 100 g werden in geprägter Form gefertigt. Die größeren Gewichte werden nicht gegossen, sondern aus einem Blech gestanzt. Die Oberseite ist mit dem Firmennamen, dem Logo, dem Wort „Feinplatin“, der Feinheit von 999,5 und der Gewichtsangabe versehen. Teilweise ist auch eine Produktionsnummer zu sehen.
Hersteller Heraeus
Der Apotheker und Chemiker Wilhelm Carl Heraeus übernahm 1851 die Einhorn-Apotheke seines Vaters und schaffte damit den Ursprung des heutigen gleichnamigen Weltkonzerns. Platin wurde bereits seit Ende des 18. Jahrhunderts in der Schmuckerzeugung verwendet. Jedoch hatte man einige Probleme mit der Verarbeitung des Metalls. Diese lagen in den besonderen Eigenschaften von Platin begründet. Denn es ist sehr zäh und hat einen hohen Schmelzpunkt. Heraeaus löste das Problem und brachte das Platin in der Knallgasflamme zum Schmelzen. Die Edelmetallsparte ist eine von sechs Bereichen, mit denen sich die Heraeus Holding beschäftigt. Das Unternehmen hat heute etwa 10.000 Mitarbeiter weltweit.
Platinbarren von Heraeus
Die Platinbarren haben nur einen kleinen Anteil an der Produktion. Die größeren Barren ab 100 g werden nicht gegossen, sondern aus einem Edelmetallblech gestanzt. Wie die Gold- und Silberbarren haben auch die Platinbarren den Firmennamen, das Logo, die Feinheit von 999,5 und das Gewicht eingeprägt. Teilweise kommt noch eine Produktionsnummer hinzu.
Hersteller Umicore
Die Union Minière, übersetzt Bergbau Union, wurde 1909 gegründet. Sie war eine staatliche Bergbaugesellschaft in Belgien. Im Jahre 1989 wurde sie mit den Firmen Metallurgie Hoboken-Overpelt und Vieille Montagne fusioniert. Das Unternehmen entwickelte sich fortan zu einem Metall- und Werkstoffkonzern. Im Jahr 2000 wurde das Unternehmen in Umicore umbenannt. Das Unternehmen sitzt in Brüssel und hat weltweit rund 14.000 Mitarbeiter. Umicore übernahm 2003 die Edelmetallsparte von Degussa. Von 2003 bis 2005 hatten die Barren weiterhin das Degussa-Logo auf der Oberseite. Seit 2006 sind der Name und das Logo von Umicore abgebildet. Ansonsten hat sich an der Stückelung und den Maßen nichts geändert.
Platinbarren von Umicore
Die Barren aus Platin bis 100 g werden in geprägter Form gefertigt. Die größeren Gewichte werden nicht gegossen, sondern aus einem Blech gestanzt. Die Oberseite ist mit dem Firmennamen, dem Logo, dem Wort „Feinplatin“, der Feinheit von 999,5 und der Gewichtsangabe versehen. Teilweise ist auch eine Produktionsnummer zu sehen.
