Platinmünzen
Die Geschichte des Platins als zunächst missachtetes Edelmetall erklärt auch den Mangel an Platinmünzen. Während Münzen aus Gold und Silber über Jahrhunderte weltweit im Umlauf waren, gab es Platinmünzen als Zahlungsmittel lediglich für eine kurze Zeitspanne im Russland des 19. Jahrhundert. Von 1828 bis 1845 ließ Zar Nikolaus I. Umlaufmünzen aus Platin mit Nennwerten von 3, 6 und 12 Rubeln prägen, gab diese aber zunächst nur für den Inlandshandel frei.
Während die Kaufleute durchaus von den Platinmünzen angetan waren, da diese um ein vielfaches feuerbeständiger waren als Gold – und Silbermünzen, reagierte die Bevölkerung größtenteils ablehnend, da ihnen die Farbgebung der Platinrubel als zu schlicht erschien. Daher wurden die Münzen schließlich 1830 für den Auslandshandel freigegeben, jedoch mit wenig Erfolg. Russlands Handelspartner im Osten wussten mit den Platinmünzen nichts anzufangen und schickten sie wieder ins Zarenreich zurück.
Da sich zudem immer deutlicher die industrielle Bedeutung von Platin offenbarte, stellte Russland die Platinmünzprägung 1845 komplett ein. Die noch im Umlauf befindlichen Platinrubel konnten gegen Gold – und Silbermünzen oder Depositenscheine eingetauscht werden. Insgesamt wurden 1,4 Millionen dieser Münzen geprägt, von denen rund 75% in Schmelztiegeln landeten. Daher gibt es nur noch wenige Originalplatinrubel, deren Sammlerwert entsprechend hoch ist.
Neben dem gescheiterten Platinrubel gab es keine weiteren regulären Umlaufmünzen aus dem mittlerweile viel genutzten Edelmetall. Es werden heutzutage jedoch einige wenige Platinmünzen zu Anlagezwecken bzw. als Sammlerstücke geprägt. Ihr hoher Preis und ihre Rarität machen die Platinmünzen einerseits reizvoll, schrecken aber auch viele Anleger ab, die sich lieber auf die zahlreicheren, preiswerteren und bekannteren Gold – oder Silbermünzen beschränken. Die populärsten Anlageplatinmünzen sind der Platinum Eagle aus den USA, der Platinum Maple Leaf aus Kanada, der Platin Koala aus Australien sowie der Platin Noble von der Isle of Man, jeweils mit einem Platingehalt von 99%.
Es obliegt der Verantwortung eines Münzsammlers, die wertvollen Stücke sicher zu verwahren. Neben einem hauseigenen Tresor besteht die Möglichkeit, die Münzen gegen eine Mietgebühr in einem Banktresor zu lagern. Oftmals ist dabei eine Versicherung inbegriffen. Ein hauseigener Tresor sollte gewisse Standards erfüllen, um ebenso optimalen Schutz zu bieten. Eine Beratung bei einem Fachhändler ist daher empfehlenswert. Weiterhin sollte der Inhalt des Tresors versichert werden.
Bekannte Platinmünzen
Koala Platin
Noch bevor die australische Anlagemünze Koala, bzw. Australian Koala, im Jahr 2007 erstmals in Silber und 2008 in Gold herausgegeben wurde, gab es bereits Platinmünzen mit dem Koalamotiv. Diese wurden von 1988 bis 2000 geprägt und in den Größen 1/20 Unze, 1/10 Unze, 1/4 Unze, 1/2 Unze, 1 Unze 10 Unzen und 1 Kg herausgegeben. Auf der Vorderseite ist ein Koalabild zu sehen, das jährlich wechselte, während die Rückseite das für Münzen des Commonwealth typische Portrait von Königin Elisabeth II. zeigt. Dieses wurde bis zur Einstellung der Platin-Serie zweimal angepasst. Die Koalamünzen aus Platin wurden nur in geringer Auflage produziert.
American Platinum Eagle
Die Anlagemünze American Platinum Eagle erscheint seit 1997 und ist damit rund zehn Jahre jünger als die Gold – und die Silberversion. Auf der Vorderseite ist der Kopf von Lady Liberty, der Freiheitsstatue, abgebildet, während die Rückseite einen fliegenden Weißkopfseeadler vor der aufgehenden Sonne zeigt. Die erhältlichen Größen sind 1/10 Unze, 1/4 Unze, 1/2 Unze und 1 Unze. Eine Besonderheit ist die seit 1998 erscheinende Sammlerausgabe in der Qualität „Polierte Platte“, die als einzige Anlagemünzen der USA eine jährlich wechselnde Rückseite besitzt. Das variierende Rückseitenmotiv beinhaltet jedoch immer die Abbildung eines Weißkopfseeadlers. Diese spezielle Version wird als Proof American Platinum Eagle bezeichnet.
Platin Noble
Als Platin Noble oder auch Alter Noble wird eine Platinanlagemünze bezeichnet, die von 1983 bis 1989 geprägt wurde und weltweit die erste ihrer Art war. Bis 1997 erschienen unregelmäßig noch weitere Ausgaben. Diese Münze stammt von der Isle of Man und erschien in Größen von 1/20 Unze bis 10 Unzen. Die Vorderseite zeigt ein Portrait von Elisabeth II., auf der Rückseite ist ein historisches Wikingerschiff abgebildet. Die geringe Auflage, in der diese Platinanlagemünze erschien, macht sie heute zu einem interessanten Sammelobjekt. Besonders selten sind die Größen 5 Unzen und 10 Unzen, die in vielen Tabellen nicht einmal aufgeführt werden.
