Das Edelmetall Silber zeichnet sich durch eine besonders hohe elektrische und thermische Leitfähigkeit aus. Seit dem 5. Jahrtausend v. Chr. wird es von den Menschen verarbeitet und besitzt bis heute eine sehr wichtige Bedeutung in der Industrie. In vielen Bereichen ist das Silber dank seiner Leitfähigkeiten praktisch unersetzbar, was sich sehr positiv auf die Preisentwicklung auswirkt und eine Investition in dieses Edelmetall lohnenswert macht. Silber wird vermehrt im Bereich der Elektrik/Elektronik zur Herstellung von Fotokameras, Computern, Batterien und Katalysatoren genutzt. Auch im optischen Bereich kommt das Edelmetall vielfach zur Anwendung, unter anderem in der Anfertigung von Licht – und Wärmereflektoren. Da Silber darüber hinaus eine starke antibakterielle Wirkung besitzt, wird es für medizinische Produkte wie Fäden und Salben verwendet.
In der Schmuckherstellung und in der Produktion von Musikinstrumenten nimmt Silber gleichfalls einen hohen Stellenwert ein. Sehr bekannt ist darüber hinaus der Ausdruck Tafelsilber, der sämtliche für ein festliches Mahl benötigte Essgeschirre, Bestecke und dekorative Elemente zusammenfasst und heute auch umgangssprachlich für das letzte kostbare Hab und Gut einer Person steht. Dieser Ausdruck hat seinen Ursprung in der Tatsache, dass Silber schon in der Antike sehr viel häufiger als Gold zur Herstellung von feinem Geschirr und Besteck für die Oberschicht verwendet wurde. Das Tafelsilber war mitunter der wertvollste Besitz einer Familie, der über Generationen vererbt wurde und in Notzeiten veräußert werden musste.
Das Silbervorkommen der Welt ist etwa 20 Mal höher als das Goldvorkommen. Silber tritt in der Natur nicht nur gediegen in Form von Körnern oder Dendriten auf, sondern vor allem als Bestandteil einiger Mineralien, die als Silbererze bezeichnet werden. Aus diesen wird das wertvolle Edelmetall mittels einer Natriumcyanid-Lösung extrahiert. Zu den Silbererzen zählen unter anderem das Akanthit mit einem Silbergehalt von knapp 87 %, das Stromeyerit mit einem Silberanteil von 53 % und das sehr seltene Allargentum, das einen Silberanteil von 99% aufweist. In einigen Mineralien, die zur Gewinnung von Blei und Kupfer genutzt werden, kommt Silber in nur ganz geringen Mengen von knapp einem Prozent vor und fällt somit als Nebenprodukt ab. Rund 20 % des weltweit verwendeten Silbers wird aus Silbererzen entnommen.
Das Land mit der größten Silber-Fördermenge ist Peru. Auf den Plätzen dahinter liegen Mexiko, China, Australien und die USA. Der Großteil des europäischen Silbers stammt aus Polen. Im Mittelalter besaß auch Deutschland ein nennenswertes Silberaufkommen, das im Harz, im Raum Kassel, am Donnersberg, im Thüringer Wald, im Erzgebirge und im südlichen Schwarzwald entdeckt wurde.
Silber gilt in der allgemeinen Wahrnehmung als das zweitedelste Metall nach Gold und wird daher bei Verleihungen oft als zweiter Preis vergeben. Das Wertverhältnis zwischen Silber und Gold liegt derzeit bei etwa 1:60. Als physische Wertanlage kann Silber in Form von Barren und Münzen erworben werden. Wie bei Gold richtet sich auch bei Silber der Preis von Barren, die im Idealfall 99% des Metalls enthalten sollten, nach dem Gewicht, während bei Münzen auch die Prägung entscheidend in den Wert einfließt. Viele Münzen, die es in Gold gibt, werden auch in Silber herausgegeben.
